Neuer Touristenmagnet im Harz

Im Gespräch mit Eva-Christin Ronkainen-Kolb, Geschäftsführerin der HarzVenture GmbH und der BaumSchwebeBahn Bad Harzburg GmbH

Die Schwebebahn über den Baumwipfeln

Der erste niedersächsische Baumwipfelpfad am Fuße des Burgbergs eröffnete 2015 mitten im Kurpark Bad Harzburg. Inzwischen konnten schon mehr als eine Million Gäste zwischen den Baumwipfeln wandern gehen. Der rund 1.000 Meter lange, barrierefreie Pfad in über 20 Metern Höhe ist ein voller Erfolg für den Standort. Im Sommer 2020 folgte ein neuer Touristenmagnet am Burgberg: die Baumschwebebahn.

Die BaumSchwebeBahn verbindet den Burgberg mit dem Baumwipfelpfad zu einem Rundweg. Wie sind Sie auf die Idee gekommen und wie wird so etwas umgesetzt?

Die Idee ist 2015/16 entstanden. Der Pfad war bereits eröffnet und wir haben uns überlegt, wie man den Standort Bad Harzburg attraktiver und den Aufenthalt für unsere Gäste noch interessanter machen kann. Wir waren mit offenen Augen unterwegs – eine ähnliche Anlage in Südtirol hat uns gefallen. Nach vier Jahren Planungszeit haben wir das Konzept auf politischer Ebene im Harz, bei Stadt und Landkreis sowie bei der NBank vorgestellt. Nur weil wir das Konzept kontinuierlich hinterfragt und verbessert haben, ist die Schwebebahn heute so ein fantastisches Erlebnis. Wir sind mit dem Ergebnis sehr glücklich.

Was ist das Besondere an der rund 1.000 Meter langen Bahn?

Die Gäste schweben den Burgberg in einem Gurt sitzend mit 12-15km/h hinunter – durch unterschiedliche Baumwipfel von Eiche, Buche oder Fichte. So erleben unsere Gäste den sich verändernden Baumbestand aus einer besonderen Perspektive. Außerdem ist der Blick am Startpunkt zum Brocken gigantisch. Auf der Strecke hat man den ganzen Harz vor sich. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. 
Und der Rundweg macht es komplett: Mit der Seilbahn, die schon über 90 Jahre alt ist, geht es auf den Burgberg, mit der BaumSchwebeBahn runter und dann über den Baumwipfelpfad zurück.

Mit beiden Ausflugszielen haben Sie neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Ihrem Team?

Wenn ich die HarzVenture GmbH und die eigens gegründete BaumSchwebeBahn Bad Harzburg GmbH zusammenfasse, sind es in der Nebensaison 30 bis 35 und in der Hauptsaison 50 bis 60 Mitarbeitende. 2015 haben wir mit 8 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angefangen. Es ist schön zu sehen, wie so ein Team wächst und neue Arbeitsplätze für die Region entstehen.

Beschäftigen Sie Auszubildende?

Seit August 2020 haben wir drei Auszubildende Kaufleute für Tourismus und Freizeit. Es macht unglaublich viel Spaß, mit den jungen Menschen zu arbeiten und ihre Entwicklung zu verfolgen. Nach Möglichkeit möchten wir die Drei übernehmen und weitere Ausbildungsplätze, zum Beispiel im Restaurant, schaffen.

Welche Förderung haben Sie für Ihr Vorhaben erhalten? Und wie sind Sie das Thema angegangen?


Wir haben für die Umsetzung der BaumSchwebeBahn Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Der Bund und das Land Niedersachsen haben unsere Projekte gefördert. Dafür haben wir das Konzept bei der NBank und beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium vorgestellt und die Antragstellung gemeinsam mit der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe der Stadt Harzburg GmbH vorbereitet. Anschließend haben wir alle notwendigen Unterlagen mit dem Förderantrag eingereicht und die Zusage bekommen. Unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner beim Land waren uns über die Zeit der Antragstellung eine große Unterstützung.

Welche Visionen haben Sie noch? 

Viele. Einige können wir verraten: Wir versuchen natürlich, den Standort insgesamt immer weiter zu stärken. In den nächsten Monaten oder Jahren wird noch eine Waldgaststätte eröffnet, also ein anderer Bereich. Das Besucherleitsystem rund um die BaumSchwebeBahn und den Baumwipfelpfad wird weiter optimiert. Mit Ideen wie der Eröffnung eines neuen Spielplatzes, der Ameisenerlebniswelt, versuchen wir den Standort weiterhin attraktiv zu halten. Es sind oft kleine Ideen, die umgesetzt werden. Unser Ziel: Auch in 10 Jahren sollen Menschen Bad Harzburg besuchen, um dort etwas zu erleben. 

 

Bildcredits: Land Niedersachsen - Lando Hass

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